Grosse fast unbeschreibliche Faszination übte auf mich das Wort „ Plätzchen „ aus. Es war zu der Zeit, wo ich von Süßigkeiten noch wenig wusste, es war ja vor der Währungsreform.

Meine Kusine Elfriede erzählte mir des öfteren von den „ früheren „ Zeiten, wo es Süßigkeiten gab z.B. Plätzchen, ein Weihnachtsgebäck, das die Engel vor Weihnachten backen. Das Backen der Engel erkenne man am winterlichen Abendhimmel, an der roten Färbung. Gerne liess ich mir das Märchen Hänsel und Gretel vorlesen wegen dem Pfefferkuchenhaus.

Meine Mutter buck Plätzchen , die vor allem aus Haferflocken bestanden, die wurden in einer Tasche aus groben Leinen, braun-weiss gefärbt, auf dem Kleiderschrank aufbewahrt. Diese Tasche wurde meine Lieblingstasche…

Besonders begeistert war ich von einem Zimt- Zuckerkuchen. Das war ein Kuchen der ohne Milch, Butter oder Hefe gebacken wurde. Aber da die Familie gross war wurde ein ganzes Kuchenblech mit diesem Teig belegt. Nach dem Backen wurde er mit viel Zimt und Rohrzucker bestreut. Das Faszinierende am Rohrzucker war, dass man meinte, der bewege sich..!
Der Kuchen war natürlich steinhart und nun folgte die Aktion meines Vaters: Er sägte den Kuchen mit einer Schreiner Säge in rechteckige, fast gleich große Stücke, einfach phänomenal ! Die Stücke tunkte man dann in eine kaffeeähnliche Flüssigkeit, den sog, „ Muckefuck“, weichte die Stücke etwas auf und ass sie dann mit gutem Appetit.Geschenke bekamen wir auch in dieser Zeit, denn mein Vater bastelte uns ein Kasperletheater, die Holzfiguren schnitzte er selbst meisterhaft. Mein Schwester bekam eine Puppenküche.Ich erinnere mich an jeden Weihnachten daran und bin meine Eltern sehr dankbar

Ich  wünsche Ihnen auch im Namen des Vorstandes ,der gesamten Diakonie Schnelldorf ein gesegnetes und Frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in ein gutes und friedvolles Neues Jahr.

Hans-Peter Scheurer